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Oberstufe gefordert

News aus Bramsche

Eltern fordern eine Oberstufe für die Integrierte Gesamtschule Bramsche

Ein Artikel der Elterninitiative der IGS Bramsche

Elterninitiative „Pro Oberstufe IGS Bramsche“ – Warum?

Die Schülerschaft einer Integrierten Gesamtschule setzt sich bewusst aus Kindern mit sehr unterschiedlichem Leistungsvermögen zusammen – unsere Kinder lernen miteinander und voneinander. Wir als Eltern sind der Meinung, dass aber auch für die besonders Leistungsstarken nach dem erfolgreichen Abschluss der Klasse 10 die Perspektive „Abitur“ an einer eigenen Oberstufe der IGS in Bramsche selbstverständlich sein muss.
Unser Schulträger, der Landkreis Osnabrück, unterstützt dieses Ansinnen bisher leider nicht.
Aus diesem Grund haben wir Eltern eine Initiative gegründet: Wir möchten den politischen Entscheidungsträgern im Landkreis zeigen, dass das Interesse an einer Oberstufe an „unserer“ Integrierten Gesamtschule schon jetzt riesengroß ist und mit jedem neu hinzukommenden Jahrgang wächst!
Auch für künftige Schülerinnen und Schüler erscheint eine Integrierte Gesamtschule mit eigener Oberstufe deutlich attraktiver, wie viele Nachfragen bei Informationsveranstaltungen von Eltern für Eltern und am “Tag der offenen Tür“ belegen.

Warum jetzt erst nach Gründung der Schule?

Nach dem niedersächsischen Schulgesetz wird jede Integrierte Gesamtschule zunächst als reine Sekundar-I-Schule gegründet. Im Verlauf kann dann der Schulträger, in unserem Fall der Landkreis Osnabrück, eine Oberstufe bei der Landesschulbehörde beantragen, wenn der erste Jahrgang die Klasse 8 erreicht.

Wo liegen die Herausforderungen bei der Einführung einer Oberstufe?

Bei der Entscheidung bezieht der Schulträger viele Faktoren mit ein. So haben wir hier in Bramsche ja bereits eine Oberstufe. Auf dem Greselius Gymnasium kann das Abitur erworben werden. Die Idee von Seiten des Landkreises ist es, dass die Schüler der Integrierten Gesamtschule nach der 10. Klasse bei entsprechender Eignung in die Oberstufe des örtlichen Gymnasiums wechseln können.
Der Übergang nach einem erfolgreichen Abschluss der 10. Klasse auf das örtliche Gymnasium wird traditionell von Eltern eher selten gewählt. Viele dieser Schülerinnen und Schüler wechseln aktuell zu Oberstufen in der Stadt Osnabrück, etwa an die IGS Eversburg, das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium oder an die berufsbildenden Schulen und legen dort erfolgreich das Abitur ab.
Jetzt haben wir mit der Integrierten Gesamtschule die große Chance in Bramsche, allen Kindern mit entsprechendem Potential einen höheren Bildungsabschluss hier vor Ort ohne Bildungsbruch zu ermöglichen. Das heißt für uns: Chancengleichheit in der Praxis, nicht nur auf dem Papier!

Was wären die Vorteile eine Oberstufe für die IGS Bramsche?

Strukturell gibt es keinen Unterschied zwischen den Oberstufen einer Integrierten Gesamtschule und eines Gymnasiums. Beide bereiten auf die gleiche Abschlussprüfung vor. In beiden werden am Ende die gleichen Zentralabitur-Aufgaben gestellt. In beiden gelten dieselben Rahmenrichtlinien für die Lerninhalte. Auch der Stundenumfang der einzelnen Fächer ist identisch. Und doch hat eine Oberstufe für die IGS Bramsche für die Schülerinnen und Schüler Vorteile:
Die Schülerinnen und Schüler können ohne Bildungsbruch in ihren vertrauten Strukturen zum Abitur kommen und haben somit keine zusätzlichen Belastungen durch einen Schulwechsel.
Sie müssen sich nicht in neuen sozialen Gefügen orientieren und sich auf andere Lehrer einstellen. Auch ein Ortswechsel erfordert eine hohe Anpassungsleistung von den Kindern und nimmt, wie die anderen Faktoren auch, Ressourcen, welche besser in den Lernprozess investiert werden sollten. Schulidentifikation muss erst aufgebaut werden!
Sicherlich gibt es häufig Schulkarrieren mit solchen Bedingungen. Für die Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Bramsche wünschen wir uns jedoch, dass die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden, um dies zu vermeiden.

Wir haben uns aus erster Hand informiert…

Der Schulträger möchte, so wurde es uns in einem Gespräch beim Landkreis mit Herrn Dr. Lübbersmann am 10.Mai mitgeteilt, eine „Kooperative Oberstufe“ für Bramsche einrichten. Da die Schülerzahlen für zwei Oberstufen am Ort aktuell angeblich zu gering seien, soll eine „frühzeitige und umfassende Kooperation“ von Integrierter Gesamtschule und Gymnasium die Chancen für die IGS-Schüler, das Abitur am Greselius-Gymnasium abzulegen, deutlich erhöhen.
Unsere Elternschaft sieht dieses Projekt jedoch sehr kritisch. Wir haben unsere Kinder ja sehr bewusst auf die Integrierte Gesamtschule geschickt, da wir vom dortigen Konzept überzeugt sind und die Schule auch in der Praxis wirklich hervorragende Arbeit leistet. Wir möchten nicht, dass unsere Kinder an das gymnasiale System „angepasst“ werden. Sie sollen auf die für sie geeignete Art und Weise das Abiturwissen erwerben. Kritisch sehen das übrigens auch Eltern der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums. Hier besteht die Sorge, dass auch deren Konzepte „verwässert“ werden. Im Sinne der politischen Befürworter eines gegliederten Schulsystems, denen ja auch Herr Dr. Lübbersmann angehört,
muss man sich hier fragen, warum gerade an dieser Stelle die Differenzierung aufhören soll.

Das sehen wir anders!

Die bisher genutzten Daten berücksichtigen nicht die zu erwartenden und am Beispiel anderer Integrierter Gesamtschulen sich entwickelnden Schülerzahlen unter der Voraussetzung, dass eine Oberstufe angeboten wird.
Eine Oberstufe würde bei vielen Eltern aus dem Umkreis, die ansonsten ihre Kinder auf die weiter entfernten Integrierten Gesamtschulen mit einer Oberstufe wie Fürstenau oder Osnabrück schicken würden, zu der Entscheidung führen, Bramsche zu wählen.
Weiterhin gibt es sehr viele Eltern, die ihre vielleicht weniger für das gymnasiale System geeigneten Kinder lieber auf das Gymnasium schicken, verbunden mit dem Risiko, einen Bildungsbruch zu erleiden. Und uns fragen auch viele Eltern mit sehr leistungsstarken Kindern nach der Möglichkeit, an der integrierten Gesamtschule Bramsche das Abitur zu erzielen, da sie das Konzept des miteinander Lernens aus voller Überzeugung befürworten, sich aber nicht für die Integrierte Gesamtschule entscheiden können, da die Politik gegen die Einführung einer Oberstufe ist.
Um es deutlich zu sagen, wir wollen keine Konkurrenz zum Gymnasium. Es gibt viele Kinder, denen das dortige Bildungskonzept entgegen kommt und die eine rein akademisch ausgerichtete Schulbildung anstreben.
Doch sollten nicht auch Menschen durch einen guten Bildungsabschluss in höhere Positionen gelangen können, die in der Schulzeit neben reinem Fachwissen eine umfassende praxisbezogene Bildung in Bereichen wie Gesellschaft, Umwelt und soziale Verantwortung genossen haben? Wir glauben, dass auch Bramscher Betriebe von diesem Potential profitieren werden.
Zudem haben wir die langfristige Entwicklung unserer Schule im Blick. Für das effektive miteinander Lernen ist es notwendig, dass Schülerinnen und Schüler aus allen Leistungsbereichen vertreten sind. Die Attraktivität einer Integrierten Gesamtschule mit einer Oberstufe ist insbesondere für leistungsstarke Schüler deutlich höher.